Zentrales Modell

Die meisten Methoden im systemischen Coaching zielen darauf ab, das "Ich" in seiner Stabilitaet und Handlungsfaehigkeit zu staerken. Dies ist  sehr anschaulich in dem Modell von Rettenmeier und Wilfer, in dem die Bewegung in den Bereichen Bewusstheit, Wille und Kompetenz von Passivitaet, Reaktivitaet zu der angestrebten Aktivitaet dargestellt wird.

In allen gaengigen Modellen gibt es jedoch einen blinden Fleck: welches "Ich" ist es denn, dass die "Ich"-Anteile wahrnimmt, koordiniert und kontinuierlich in ein kohaerentes Ganzes zu ueberfuehren versucht? Wo ist der  archimedische Punkt, von dem aus das "Ich" konzipiert wird? Und was bedeutet die Tatsache, das unser "Ich" nur ein Konstrukt ist fuer unsere Faehigkeit, tatsaechlich wir selbst zu sein? Wie durchschauen wir den Prozess, der uns in die Identifikation mit unserem eigenen Gedankenkonstrukt zwingt?

Wer sind wir, wenn wir nichts denken?

Um zu erfahren, wer wir wirklich sind, koennen wir den Bereich des Verstandes und der Identifikation verlassen. Was bleibt uebrig, wenn das Denken aufhoert? Klare Bewusstheit, die sich zunehmend ihrer Selbst bewusst wird. Wir oeffnen eine neue Dimension, die nicht neu ist, sondern immer schon das Feld war, aus dem unsere wechselnden Identifikationen aufsteigen.

Zunaechst erleben wir kurze Augenblicke dieser Klarheit. Je oefter wir uns in diesem gedankenfreien Zustand aufhalten, desto mehr Kraft, Kreativitaet und Zufriedenheit ziehen wir daraus.

Uebrig bleiben vier  Zustaende, die im Grunde identisch sind: Klares, leeres und doch volles Raumbewusstsein; das Bewusstsein, auch "verkoerpert" zu sein, das lenkbare Aufmerksamkeitsbewusstsein, was gewissermassen als Vehikel dient. Schliesslich das Bewusstsein dass alles mit allem verbunden ist in einem unwandelbarem Ganzen, dass sich der eigenen Existenz bewusst ist und in allem enthalten ist, alles konstituiert und gleichzeitig transzendiert. Das eigentliche Selbst, was allen gemeinsam ist.

Am einfachsten finde ich persoenlich den Zugang mithilfe der "Glimpse"-Uebungen, die der New Yorker Psychologe und Meditationslehrer Loch Kelly in seinem Buch "Shift into Freedom" beschrieben hat. Ueberraschend schnell erreicht man zumindest fuer Momente klare Zustaende reiner Bewusstheit, die irgendwann dann die Basis des eigenen Selbsterlebens bildet und das vormals dominierende, sprunghaft und chronisch unzufriedene Ego einfach als Werkzeug benutzt.

 

 

 

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